Deutsche Bundesbank preist Vorteile der Blockchain

19.09.2017

In ihrem aktuellen Monatsbericht hat sich die Bundesbank mit der Blockchain-Technologie beschäftigt. Darin bescheinigt die Zentralbank der Technik ein hohes Potenzial.

Bundesbank: Monatsbericht geht auf Potenziale der Blockchain-Technologie ein

In ihrem Monatsbericht für den September 2017 beschäftigt sich die Bundesbank ausführlich mit der Blockchain. In dem 50-seitigen Dokument erklären die Experten der bundesdeutschen Zentralbank die Funktionsweise der dahinterstehenden Distributed-Ledger-Technologie und eruieren mögliche Vorteile für den Zahlungsverkehr und die Wertpapierabwicklung. Außerdem versuchen die Autoren, die Frage zu klären, welche Marktveränderungen durch die Technologie in den beiden Segmenten entstehen könnten.

Was den Bereich des Zahlungsverkehrs angeht, bleibt die Bundesbank allerdings skeptisch. So heißt es in dem Monatsbericht: "Bislang ist nicht erkennbar, dass der Einsatz der Distributed-Ledger-Technologie im Zahlungsverkehr in einem einheitlichen Währungsraum im Vergleich zu etablierten Abwicklungssystemen Effizienzgewinne erzielen kann." Allerdings sieht die Bundesbank durchaus Vorteile, wenn es um Währungsraumübergreifende Zahlungen geht. Außerdem könnten entsprechende Lösungen "die finanzielle Inklusion in einigen Ländern mit schlecht ausgebauter Finanzinfrastruktur verbessern helfen." Auch im Bereich der Handelsfinanzierung sehen die Bundesbank-Experten mögliche Vorteile - vor allem durch den Einsatz von Smart Contracts.

Geht es nach der Bundesbank, dann könnte die Blockchain-Technologie den Abstimmungsaufwand im Wertpapierbereich verringern. Den wichtigsten potenziellen Vorteil sehen die Autoren des Papers jedoch in der Möglichkeit, Prozessschritte zusammenzufassen. "Ein wichtiges Instrument dazu sind Smart Contracts, welche es ermöglichen, komplexe Abfolgen von Transaktionen wie eine einzige Transaktion durchzuführen", heißt es dazu im Monatsbericht.

Bundesbank: Kommt das digitale Zentralbankgeld?

In dem Monatsbericht geht die Bundesbank auch auf die Frage ein, ob eine Zentralbank zukünftig auch digitales Zentralbankgeld ausgeben könnte. In dem Dokument kommen die Autoren allerdings zu dem Schluss, dass dies vorläufig eine eher unwahrscheinliche Option sei. Das erklären die Bundesbankautoren vor allem damit, dass die geld- und stabilitätspolitischen Folgen einer solchen Entscheidung derzeit kaum einschätzbar seien.

quelle t3n