Haben Kryptowährungen eine Chance oder Gefahr?

05.07.2017

Die Stabilität und Sicherheit unseres aktuellen Währungssystems stehen regelmäßig zur Diskussion.

Unser Währungssystem hat sich vom Tauschhandel zu einem Münzsystem aus Edelmetallen, zu einem System des Goldstandards bis hin zu unserem sogenannten "Fiat-Geldsystem" entwickelt.

"Fiat-Geldsystem"

Die Bezeichnung unseres Währungssystems hat nichts mit der Automarke zu tun. Früher wurden Werte gegen andere Werte getauscht bzw. später für Geld ein Wert in Form von Gold hinterlegt.

Heute haben wir ein virtuelles Währungssystem (lat. fiat - "es entstehe") - es sind keine realen Werte hinterlegt. Die europäische Zentralbank kann theoretisch unendlich viel Geld drucken bzw. auf den Markt werfen.

Währungssystem basiert auch auf Vertrauen

In Zeit von hoher Staatsverschuldung sind bankrotte Staaten nicht auszuschließen. Historisch kam das immer wieder vor. Sind für das Geld keine realen Werte hinterlegt, droht die Entwertung einer Währung.

Unser Währungssystem basiert auch auf Vertrauen. Das Vertrauen wurde in den letzten Jahren zumindest angekratzt. Mit steigender Verunsicherung sehen sich viele nach Alternativen um, die auch in Krisenzeiten einen Werterhalt bieten bzw. Alternativen zu unserem Währungssystem darstellen können.

Kryptowährungen sind derzeit populär

So genannte Kryptowährungen sind derzeit populär. Es handelt sich dabei um dezentrale, digitale Währungssysteme, die durch private Anbieter und nicht durch Zentralbanken betrieben werden. Bitcoin ist hier der bekannteste Name und Vorreiter dieser neuen Währungssysteme.

Eines muss man klar festhalten: die Kurse der virtuellen Währungen können innerhalb kürzester Zeit enorm schwanken. Kursmanipulationen werden schwer gänzlich zu verhindern sein. Die Virtualität der Währung birgt auch Gefahren wie virtuelle Diebstähle und Datenraub oder verlust der Wallet daten und Passwörter.

Als Sparbuchersatz sind diese Währungen meiner Meinung nach gut geeignet wenn in verschiedene Coins wenig Investiert wird.

Böses Erwachen

Neuerdings kann man auch Pyramidensysteme beobachten, die virtuelle Währungen für sich entdeckt haben. Solche Systeme funktionieren nur, wenn mehr Leute ins System einzahlen als entnehmen.

Doch über kurz oder lang brechen diese Systeme zusammen und für Investoren kommt das böse Erwachen. Was zu gut klingt um wahr zu sein, ist meist auch nicht wahr, lautet hier mein einfacher Grundsatz.

Um es ganz salopp auszudrücken: "Gier frisst Hirn". Hat eine Organisation oder ein Unternehmen keine Konzession bei der Finanzmarktaufsicht, ist grundsätzlich erhöhte Vorsicht geboten.

Vorsicht geboten

Jüngster Fall, in dem ein Verbot von der BaFin (dem deutschen Pendant zur heimischen FMA) ausgesprochen wurde, ist "SwissCoin". Es gilt natürlich die Unschuldsvermutung, aber was ich bis dato über diesen Anbieter gelesen habe klingt für mich persönlich nicht gerade vertrauenserweckend.

Grundsätzlich würde ich, wenn dann nur einen kleinen Teil meines Ersparten in solch einen Bereich Kryptowährung investieren. Bei der Auswahl gilt: Hausverstand vor Gier. Diese Systeme sind ein spannender Ansatz, aber aktuell für mich eben nicht mehr als ein Ansatz.

Für mich stellen Kryptowährungen aktuell eine gleichwertige Alternative zu unserem Währungssystem dar. Ein verwaltetes Wertpapierdepot halte ich für eine unsinnvollere "Krisenwährung".