Japanische Finazaufsichtsbehörde gibt klare Stellungnahme zu ICO´s

31.10.2017

Die japanische Finanzaufsichtsbehörde hat eine Stellungnahme zum Thema Initial-Coin-Offerings (kurz ICO) veröffentlicht. In dieser warnt die Behörde vor den Risiken und klärt ihre Haltung zum rechtlichen Standpunkt.

Behörde warnt vor Risiken

Bereits am Freitag veröffentliche die Behörde ihre Position gegenüber ICOs. Zunächst warnte sie ICO-Anleger vor den Risiken.

Zum einen könne der Preis schwanken. Die Behörde schrieb: "Der Preis eines Tokens kann zurückgehen oder [diese können] plötzlich wertlos werden." Zum anderen sei das "Potential für Betrug" groß. Oft werden Projekte, die in sogenannten "Whitepapers" beschrieben werden, nicht umgesetzt.

Außerdem fügte die Finanzdienstleistungsaufsicht hinzu:

"Sie investieren auf ihr eigenes Risiko und sollten dies nur tun, wenn Sie genug über die Risiken und den Inhalt des ICO-Projektes wissen. Sie sollten bei der Bezahlung besonders vorsichtig sein."

Zwei Gesetze regulieren ICOs

Obwohl es in Japan kein Gesetz speziell für ICOs gibt, werden diese durch die bestehende Gesetzgebung reguliert. Die Behörde schrieb:

"ICOs können, je nach ihren Eigenschaften unter das Zahlungsdienstgesetz und/oder das Gesetz für Finanzinstrumente und den Wertpapiermarkt fallen."

Wenn ein Token unter die Richtlinien des Zahlungsdienstgesetzes fällt, müssen die Unternehmen, die diese Dienstleistung regelmäßig anbieten, bei der zuständigen Behörde registriert sein. Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden nur 11 Unternehmen von dieser Behörde zugelassen.

"Wenn ein ICO die Eigenschaften einer Investition hat und der Kauf der Token durch eine virtuelle Währung, die praktisch als Äquivalent zu einer rechtlichen Währung eingestuft wurde, stattfand, fällt das ICO unter die Richtlinien des Gesetzes für Finanzinstrumente und den Wertpapiermarkt ," schrieb die Finanzaufsichtsbehörde.

ICOs in Japan

Der ICO-Markt in Japan wächst. Kleine Unternehmen und Großkonzerne nutzen sie für die Projektfinanzierung. Eines der größten Internetunternehmen, GMO, will ein ICO für die 7nm Bitcoin-Mining-Boards durchführen. Auch die japanische SBI Group will zwei ICOs in naher Zukunft organisieren.

Die Bitcoin-Börse Quoine, welche zwar aus Singapur stammt, aber stark in Japan vertreten ist, erklärte vor wenigen Wochen, dass sie ein internationales ICO mit dem Namen Qash durchführen will. Quoine ist eines der 11 zertifizierten Unternehmen des Landes.

Auch andere chinesischen Börsen versuchen ihre ICO-Pläne nach Japan zu verlegen. Die größte japanische Börse Coincheck sagte, dass sie "hunderte Anfragen von chinesischen Startups und aus der ganzen Welt erhalten hat, um Token [auf ihrer Webseite] anzubieten, nachdem die chinesische Regierung ICOs verboten hatte". (EnP)

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