Bitcoin & Co.: People´s Bank of China interveniert

05.09.2017

Aktuell ist die bekannteste Digitalwährung Bitcoin mit rund 5.000 Dollar pro Einheit um ein Vielfaches höher bewertet als Gold. Die größte Anzahl von Minern der Kryptowährung ist in China beheimatet. Doch ausgerechnet hier will die Volksbank den Emissionen einen Riegel vorschieben. Was sind die Gründe hierfür?

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Es war gewiss interessant, die jüngsten Exzesse im Kryptowährungssektor zu beobachten. Sie werden sich vielleicht erinnern, dass ich kleineren Investitionen in Kryptowährungen wie Bitcoin, trotz der medial einst für Aufsehen sorgenden Einbruchskandale in diverse Bitcoin-Börsen, nicht abgeneigt gegenübergestanden habe.

Gigantische Kurssteigerung - und der Vergleich zu Gold

Wer damals nach dem scharfen Einbruch der Bitcoin-Kurse im Bereich von $150 bis $200 pro digitale Münze eingestiegen war, erfreut sich heute an Kurssteigerungen von fantastischen 2000% oder gar ein wenig mehr. Gewiss würde ich kein Haus in ein Investment wie Bitcoin setzen, doch 5% seines Anlagekapitals konnte man in diesem Sektor aus meiner Sicht schon einmal riskieren.

Warum nicht? Immerhin wurden so aus $1.000 Einsatz innerhalb von nur kurzer Zeit $20.000, wenn man jüngst aus Bitcoin ausgestiegen ist, um Gewinne mitzunehmen. All die aufkommenden Debatten und angestellten Vergleiche zwischen Gold und Bitcoin fand ich aus persönlicher Sicht in der letzten Zeit durchaus sehr interessant.

Debatten und Kursziele als Blasenindikator

Ich stimme keineswegs in so mancher Sichtweise überein, laut der Bitcoin, Ethereum & Co. das neue Gold seien. Doch an solch aufkommenden Debatten lässt sich aus meiner Sicht recht gut beobachten, in welchem Stadium sich eine aufgepumpte Blase befindet.

Zeit zum Ausstieg wurde es nach meinem Dafürhalten spätestens in den letzten Wochen, nachdem Banken wie Goldman Sachs oder Morgan Stanley plötzlich Kursziele für Bitcoin & Co. publizierten. Es zeichnete sich im vergangenen halben Jahr immer deutlicher ab, dass die Masse Blut geleckt und auf den fahrenden Zug mit aufspringen wollte.

Die vergangenen Ereignisse brauchen wir an dieser Stelle nicht weiter Revue passieren zu lassen, da ich den Kryptowährungsbereich in den letzten Jahren in meiner Berichterstattung beständig begleitet hatte, um auf rasante Entwicklungen, Chancen und Risiken in diesem Sektor aufmerksam zu machen.

Also schenken wir uns die Zeit, um ein Auge darauf zu werfen, was aktuell - und nach dem Erreichen der Marke von $5.000 pro Bitcoin - in diesem Segment los ist. Es ist noch gar nicht lange her, als die japanische Regierung verkündet hatte, Bitcoin fortan als offizielles Zahlungsmittel anerkennen zu wollen (ich berichtete).

Japan erkennt den Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel an, PBoC erklärt Emissionen für illegal

Aktuell erweckt es im Gegensatz dazu den Eindruck, als ob eine wachsende Anzahl von Regierungen gegen den Handel und die Nutzung von Kryptowährungen verschärft vorzugehen gedächten. Stets wird in diesem Kontext auf illegale Finanzierungsgebaren, Geldwäsche sowie eine anonymisierte Finanzierung von sowohl Terrorgruppen als auch Drogenschmugglern aufmerksam gemacht.

Sehr wahrscheinlich mag es auch daran liegen, dass Kryptowährungen außer Kontrolle geraten sind, was viele Regierungen in der Welt mittlerweile auf den Plan gerufen hat. Andererseits beginnen sich Kryptowährungsinvestoren vielleicht auch die Frage zu stellen, wie hoch der Grad des Vertrauens ist, den sie in ihre jeweilige Digitalwährung setzen können. Wer weiß.

Ich erachte es als interessant, was sich beispielsweise gerade in China beobachten lässt. Immerhin verfügt das Reich der Mitte momentan über die größte Anzahl von Bitcoin Minern. So teilte die People´s Bank of China gestern mit, ursprüngliche Münzemissionen für illegal zu erklären.

Im selben Atemzug wurde zudem erklärt, dass alle mit diesen Emissionen In Verbindung stehenden Finanzierungsaktivitäten ab sofort gestoppt werden sollen. Seitens der PBoC hieß es ferner, laufende Ermittlungen abgeschlossen zu haben, die sich auf Organisationen und Privatpersonen konzentriert hätten, die auf dem Feld von Münzemissionen aktiv gewesen seien.

Resultat dieser Ermittlungen sei es, dass man bei der PBoC zu der Ansicht gelangt ist, laut der solche Aktivitäten die Ordnung an den Finanzmärkten aushebelten, weshalb man diesen Aktivitäten ab sofort einen Riegel vorschieben werde.

Neue Technologien bedrohen das traditionelle Bankgewerbe existenziell

Auch in den USA ist die Federal Reserve bereits seit einiger Zeit mit eigenen Untersuchungen auf dem Gebiet von neuartigen Kontentechnologien beschäftigt. Im Verlauf des letzten Jahres drückten die Offiziellen bei der Federal Reserve wiederholt ihre Abneigung gegen eine Nutzung von digitalen Währungen im Zahlungsverkehr aus.

Nun ja, nun könnte man auch argumentieren, dass der Apfel eben nicht weit vom Stamm fällt. Denn deutlich ist in den vergangenen Jahren auch geworden, wie sehr neue Technologien wie Blockchain die zukünftige Existenz des traditionellen Bankwesens bedrohen.

Für diese These spricht allein die Tatsache, dass es kaum mehr eine Großbank auf der Welt zu geben scheint, die sich nicht selbst - oder in Konsortien - mit diesen neuartigen Technologien beschäftigt, um den Versuch zu unternehmen, eigene Systeme darauf aufzusetzen (ich berichtete mehrfach).

10% Kursrückgang nach der Entscheidung - für Altinvestoren ist es Zeit, Gewinne mitzunehmen

Die Interventionen der PBoC mögen dazu beigetragen haben, dass der Bitcoin-Kurs zu Wochenbeginn um mehr als 10% eingebrochen ist. Vergessen Sie in diesem Kontext jedoch bitte nicht, dass Bitcoins seit Jahresbeginn noch immer auf komfortable Zugewinne von knapp 400% blicken.

Dass Bitcoins vom Preis her betrachtet mittlerweile rund viermal teurer sind als Gold, lässt meiner Ansicht nach vordergründig auf eine heillose Spekulationswelle schließen, von der sich Bitcoin-Investoren aus "alten Tagen" erst einmal verabschieden sollten, um die weiteren Entwicklungen in diesem Sektor aufmerksam zu beobachten und die aufgelaufenen Gewinne mitzunehmen.