Von der Leinwand auf die Strasse

24.10.2017

Der erste Teil des Films wurde Kult, so dass man in einer der besten Universitäten der Welt - MTI - Vorlesungen hält zu dem Roman "Do Androids Dream of Electric Sheep?" Philipp Dicks Roman liegt dem Film zugrunde. Dieser Kurs war wichtig in dieser Alma Mater für die High Tech-Industrie. Die Leitung der Universität meint, dass die Neuerer und Erfinder über die Eigenschaft verfügen sollen, die technologischen Trends voraussagen zu können und in der Lage sind, wissenschaftlich-utopische Ideen in die Welt der Wirklichkeit einzubringen. Die wissenschaftliche Phantastik kommt dort auch von der Leinwand und Büchern in die materielle Welt, nicht immer ist uns klar, wie schnell das geschieht.

Viele Kult-Gestalten aus der Utopie sind so oder so verbunden mit dem Verkehr. Stundenlange Staus und volle ÖPNVs machen unsere Welt langweilig. Film und Literatur zeigen uns dagegen eine bunte und herrliche Zukunft. Wir betrachten drei Beispiele, wie utopische Märchen vor unseren Augen zur Realität wurden.

1. Hoverboard

Es ist schwer, alle Filme, Bücher und PC-Spiele aufzuzählen, in denen die Helden auf einem Brett über der Erde schweben. Eine klassische Film-Trilogie "Zurück in die Zukunft" von Robert Zemeckis prägte den Begriff Hoverboard für die Bezeichnung eines solchen Bretts. Vor kurzem näherten sich diese Träume der Erfüllung: Der Auto-Riese Lexus präsentierte seine Variante eines Hovarboards, es kann fliegen, aber nur über spezielle Magnetschienen. Arx Pax hat neben Lexus seine Variante vorgestellt, ein Hoverboard fast wie im Film.

2. Fliegende PKW

Eine weitere Technologie ist ein fliegender PKW, ohne den kaum ein utopischer Film oder Buch auskommt (wie z.B. der obengenannte Film "Zurück in die Zukunft"). Im sowjetischen Film "Gast aus der Zukunft" nutzte der Held Kolja Gerasimow kleine fliegende Mini-Autos. Der Name eines utopischen fliegenden Autos aus dem Film von Georgi Danelia "Kind-dsa-dsa", das auch in den Weltraum fliegen konnte, wurde zu einem Begriff. Manche Autofahrer nennen ihren PKW "Pepelaz". Heute gehören fliegende Autos noch nicht zu der Realität, aber ihr Kommen ist zu spüren. Ein erster fliegender PKW PAL-V Libertу ist bereits im Angebot. Der Preis der Angelegenheit beläuft sich auf eine halbe Million Euro. Das Auto verfügt über zwei Triebwerke und kann 500 Km weit fliegen ohne zu tanken. Man will 90 Exemplare produzieren und die ersten Kunden werden sie frühestens im Jahre 2018 erhalten. Auf der Erde haben sie eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Km/h, die sie in 9 Sekunden erreichen. Das Thema des fliegenden Autos ist im Kommen. Selbst der chinesische Konzern Geely, den alle Weißrussen gut kennen, beschäftigt sich damit.

3. Der schienengebundene Seil-Verkehr.

Die Städte der Zukunft in der utopischen Kunst erscheinen als Wolkenkratzer und Straßen auf vielen Ebenen. Dort schweben Autos in der Luft. Die Gestalt wird in Hunderten Filmen und Büchern beschrieben. Dies versucht man in vielen Ländern zu realisieren. Bereits im Film "Metropolis" (1927) von Fritz Lang konnte man maßstäbliche Trassen auf vielen Ebenen für die Züge sehen. Heute beschäftigen sich Urbanisten und Ingenieure weniger mit der Frage, einen möglichst hohen Wolkenkratzer zu bauen, sondern viel mehr damit, wie man die Stadt umweltfreundlich und bequem zu gestalten. Daran arbeitet man in Weißrussland. Die Gesellschaft "Schienengebundene Seil-Technologien" bietet eine "grüne" und gefahrlose Alternative zu traditionellen Eisenbahnen und dem Autoverkehr. Um sie abzulösen, entwickelt und testet man automatisierte Seil-Schienen-Trassen, auf denen Passagiere und Güter befördert werden. Diesen Verkehr braucht man nicht auf dem Erdboden zu bauen. Leichte vorgespannte Konstruktionen kann man auf verschiedenen Ebenen errichten und von einem Gebäude zum anderen spannen. Man geht davon aus, dass die Geschwindigkeit, mit der Menschen befördert werden, 500 Km/h erreicht. In der Perspektive wird man für den schienengebundenen Seil-Verkehr eine Form von Vor-Vakuum nutzen. Diese Idee hatte Anatoliy Yunitski, der Erfinder und Ingenieur, bereits in den 70er Jahren vertreten. Dies wird die Technologie teurer und komplizierter machen, aber dafür wird eine Geschwindigkeit bis zu 1250 Km/h möglich sein. Aber dies sind Pläne für die Zukunft. Heute kann man aber bereits erste Muster des neuen Verkehrs auf der Versuchsanlage der Gesellschaft "Strunnije Technologiji" in Marjina Gorka erleben.